Was ändert sich durch den stufenweisen Ausstieg aus Kältemitteln?

Die europäische Kommission hat neue Rechtsvorschriften verabschiedet, um Kältemittel auf Flurkohlenwasserstoffbasis beschleunigt abzubauen. Es geht dabei um die so genannten HFKW oder F-Gase, die in Kälte- und Gefrieranlagen verwendet werden. Der stufenweise Ausstieg bringt mit sich, dass Kälteanlagen künftig nicht mehr mit synthetischen Kältemitteln befüllt oder wiederbefüllt werden dürfen. Die neuen Vorschriften sehen Folgendes vor:

  • Reduzierung des Einsatzes synthetischer Kältemittel
  • Begrenzung des Auftretens von Undichtigkeiten an Kühl- und Tiefkühlanlagen mit F-Gasen durch Verschärfung der Vorschriften für Dichtheitsprüfungen 

Allgemeines

Allgemeine Fragen zu den neuen Rechtsvorschriften

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Für welche Unternehmen ist dies relevant?

In Hunderttausenden von Unternehmen werden Anlagen eingesetzt, die mit synthetischen Kältemitteln betrieben werden. In unserem Land gibt es ungefähr eine Million industrielle Kälteanlagen sowie eine halbe Million Klimaanlagen und Wärmepumpen, die mit diesen Kältemitteln betrieben werden. Sie werden in fast allen Branchen eingesetzt, bei denen die Kühlung fester Bestandteil der Produktionsabläufe ist: in der Lebensmittelbranche, dem Gastronomiegewerbe, der Chemieindustrie, der Gebäudetechnik und in Rechenzentren, um nur einige Beispiele zu nennen.

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Was sind synthetische Kältemittel (HFKW und (H)FCKW)?

Es gibt drei Arten von synthetischen Kältemitteln: 

(H)FCKW – (teilhalogenierte) Chlorfluorkohlenwasserstoffe

(H)FCKW schädigen die Ozonschicht. Das bekannteste und am häufigsten eingesetzte Kältemittel aus der Gruppe der (H)FCKW ist Freon, das in den Produkten Freon 12 (R12) und Freon 22 (R22) enthalten ist. R12 ist bereits verboten. Der Einsatz von R22 wurde zum 1. Januar 2015 verboten. Es gibt auch Gemische mit HFCKW. Ein Beispiel hierfür ist das Kältemittel R409A. Klicken Sie hier, um mehr über den Ausstieg aus R22 zu erfahren

Die HFKW (teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe)

HFKW sind Treibhausgase, die zum Klimawandel beitragen. Sie sind noch zugelassen und werden häufig als Ersatz für FCKW und HFCKW verwendet. Häufig eingesetzte Kältemittel mit HFKW sind R134A, R125, R143A, R507 und R404A. 

Gemisch aus HFCKW und HFKW

Die Gemische R401A, R402A und R408 enthalten außer HFKW auch R22. Damit unterliegen sie dem seit 1. Januar 2015 geltenden Verwendungsverbot. Lesen Sie hier mehr über das Verbot des Betriebs von Anlagen mit dem Kältemittel R22.

Da diese Gemische auch HFKW enthalten, fallen die Kältemittel ebenfalls unter die neue F-Gas-Verordnung. Für diese Gemische werden die vorgeschriebenen Prüfungsintervalle zum 1. Januar 2015 geändert. Mehr dazu finden Sie im Abschnitt „Was bedeutet die neue F-Gas-Verordnung für meine HFKW-Anlage?“

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Warum neue gesetzliche Vorschriften?

Die neuen Vorschriften haben zum Ziel, die Verwendung synthetischer Kältemittel zu begrenzen. Sie sind eine Folge der verschärften europäischen Umweltpolitik.


Mehr über die Reduzierung des Einsatzes von HFKW

Die neue Verordnung sieht drei Maßnahmen zur Reduzierung des HFKW-Einsatzes vor: ein Verwendungsverbot, eine Produktionsbeschränkung und ein Neubauverbot.

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Was beinhaltet das Verwendungsverbot?

Ab dem 1. Januar 2020 dürfen Anlagen, die ein HFKW-Kältemittel mit einem GWP (Treibhauspotenzial) über 2500 enthalten, nur noch mit aufgearbeitetem oder recyceltem Kältemittel wiederbefüllt werden. Ab 1. Januar 2030 ist es ganz verboten, eine Anlage mit einem HFKW-Kältemittel aufzufüllen, dessen GWP über 2500 liegt. 

Möchten Sie mehr wissen? Weitere Hintergrundinformationen.

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Was bedeutet die Produktionsbeschränkung im Einzelnen?

Die Produktion von F-Gasen, darunter HFKW, wird von 100 % im Jahr 2015 auf 21 % im Jahr 2030 reduziert. Es wird ein Quotensystem eingeführt, bei dem Importeuren und Herstellern auf der Basis der durchschnittlichen Mengen HFKW, die sie zwischen 2009 und 2012 auf den Markt gebracht haben, Quoten zugewiesen werden. 

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Was bedeutet das Neubauverbot im Einzelnen?

Ab dem 1. Januar 2020 gilt ein Verbot für den Neubau von Anlagen mit Kältemitteln, deren GWP über 2500 liegt. Dazu gehören unter anderem R507 und R404A. Ab dem 1. Januar 2022 gilt ein Neubauverbot für alle synthetischen Kältemittel. Darunter fällt auch das häufig verwendete Kältemittel 134A.


Weitere Informationen über die vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen

Ab dem 1. Januar 2015 gelten strengere Rechtsvorschriften für die Wartung und regelmäßige Überwachung von Kühl- und Tiefkühlanlagen. Mit den neuen Vorschriften will die EU das Auftreten von Undichtigkeiten an Kühl- und Tiefkühlanlagen beschränken. Diese Vorschriften beeinflussen jedoch nicht die bereits bestehenden Vorschriften auf diesem Gebiet.

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Welche Vorschriften gelten für meine Anlage? Die F-Gas-Verordnung oder die Ozonschichtverordnung?

Nachstehend finden Sie eine Kurzübersicht über die Vorschriften, die für Ihre Anlage(n) gelten.

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Was genau bedeutet die neue F-Gas-Verordnung für HFKW?

  1. Vorgeschriebene Häufigkeit der Dichtheitsprüfungen
    Die Häufigkeit der vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen an mit HFKW gefüllten Kühl- und Tiefkühlanlagen hängt gemäß der aktuellen Druckgeräterichtlinie (DGRL) von der Menge des Kältemittels in der betreffenden Anlage ab. Wie oft an Ihrer Kälteanlage Dichtheitsprüfungen durchgeführt werden müssen, hängt seit dem 1. Januar 2015 nicht mehr allein von der Menge des Kältemittels in der Anlage, sondern auch von seinem CO2-Äquivalent ab. In CO2-Äquivalenten wird der Beitrag zum Treibhauseffekt ausgedrückt. Jedes Kältemittel hat ein anderes CO2-Äquivalent.

    Die geänderte Häufigkeit der Dichtheitsprüfungen gilt zunächst nur für Anlagen, die mindestens 3 kg Kältemittel enthalten. Für Anlagen, die weniger als 3 kg Kältemittel enthalten, gelten erst ab dem 1. Januar 2017 die neuen Prüfintervalle (auf der Basis des CO2-Äquivalents).

    Anlagen, die mindestens 3 kg Kältemittel enthalten, müssen seit 1. Januar 2015 wie folgt einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden:
    > 5 t und < 50 t = mindestens einmal jährlich
    > 50 t und < 500 t = mindestens halbjährlich
    > 500 t = mindestens halbjährlich Ein automatisches Leckage-Erkennungssystem ist hierbei Pflicht. Die Funktionsfähigkeit des Leckage-Erkennungssystems muss mindestens alle 12 Monate kontrolliert werden.

    Wenn Ihre Anlage mit einem Leckage-Erkennungssystem ausgestattet ist, kann die Häufigkeit der gesetzlich vorgeschriebenen Dichtheitsprüfung halbiert werden. Allerdings muss dann alle 12 Monate die Funktionsfähigkeit des Leckage-Erkennungssystems geprüft werden. 

  2. Vorgeschriebenes Leckage-Erkennungssystem
    Anlagen, die mit einem F-Gas betrieben werden und deren CO2-Äquivalent über 500 liegt, müssen mit einem Leckage-Erkennungssystem ausgestattet sein.

Der Anwendungsbereich der neuen Vorschriften für Dichtheitsprüfungen hat sich infolge der neuen F-Gas-Verordnung vergrößert. Darunter fallen nun die folgenden Geräte:

  • Stationäre Kühlgeräte
  • Stationäre Klimageräte
  • Stationäre Wärmepumpen
  • Stationäre Brandschutzausrüstungen
  • Kühleinheiten von Kühlwagen und Kühlanhängern
  • Elektrische Schalteinrichtungen
  • ORC-Kreisprozesse (Organic Rankine Cycles)
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Wie kann ich feststellen, ob meine Anlage zum 1. Januar 2015 alle neuen Vorschriften erfüllt?

Damit Sie rasch feststellen können, ob Ihre Anlage die neuen gesetzlichen Anforderungen erfüllt, haben wir den F-Gas-Checker entwickelt, ein kostenloses Online-Tool, mit dem sich anhand des Kältemitteltyps und der Kältemittelmenge schnell ermitteln lässt, welche Anforderungen für Ihre Anlage ab dem 1. Januar 2015 gelten.

Wenn Alter, Wartungszustand, Kältemittelinhalt oder Verwendungszweck Ihrer Kälteanlage dazu Anlass geben, kann Ihr kältetechnischer Service in kürzeren Intervallen Inspektionen durchführen, um die Betriebssicherheit und eine optimale Rentabilität der Anlage zu gewährleisten. In diesem Sinne kann also von den gesetzlichen Mindestanforderungen abgewichen werden.


Weitere Informationen

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Wo finde ich weitere Informationen?

Wenn Sie mehr über die Hintergründe und den Inhalt des Verordnungsentwurfs und die aktuellen Entwicklungen erfahren möchten, klicken Sie hier

 

 

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